Wednesday, 5. november 2008
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23:22
250 Gedanken im Kopf aber keiner will aufs Papier. Ist mein Potenzial so abhängig von Frust- Trauer- oder sonstigen gefühlen? Ich bin
nicht in der Lage etwas zusammenhängendes zu schreiben, kann meine Gedanken nicht mehr in Worte fassen. sitze hier und möchte so viel sagen, das mir nicht einmal ein Anfang
einfällt.
Vielleicht sollte ich mit etwas positivem Anfangen. Man mag es kaum glauben, aber ich habe auch in den letzten, beschwerlichen Wochen
positives erfahren dürfen. Ganz oben und sehr eindrucksvoll hat sich der Begriff Freundschaft für mich definiert. Meine Vorstellung von Freundschaft ist vermutlich eine allgmeine. Ich denke viele
haben da die gleichen Ansichten.
Auch ich verbinde mit Freundschaft zum Einen Vertrauen, Spaß und Unterhaltung, zum Anderen finde ich wichtig, das Freunde gerade dann
da sind, wenn man sie braucht. Ohne zu hinterfragen, warum man sich gerade scheiße verhält, abweisend ist oder einfach nur nervig. Die da sind, auch wenn man es gar nicht will, die da sind, wenn
man glaubt, das es kein Glück mehr gibt, oder nur wenig Hoffnung. Die einem sagen können, du bist gerade ein richtiges Arsch oder laß das einfach. Die sich einfach stundenlang anhören, worüber du
meckerst ohne etwas daran zu ändern oder daran ändern zu wollen. Die deinem Jammern zu hören, auch wenn sie der Meinung sind, das es gar nicht so schlimm ist. Die sich manchmal auch mit verworren
Sachen auseinander setzen, einfach weil du gerade so denkst. Die ihren Humor abstellen, weil du ihn gerade nicht verträgst, oder einfach stundenlang schweigen, weil du nicht reden willst. Die
Dich in Ruhe lassen, einfach weil du es willst. Die es hin nehmen auf die Bank geschoben zu werden, weil du selbst nicht in der Lage bist ein Freund zu sein. Die aber trotzallem etwas in dir
sehen, das ihnen gut genug erscheint um all das zu ertragen, ohne sich zu ärgern, ohne dir vorwürfe zu machen oder sich zurück zu ziehen. Ich bin selbst überrascht, das es soetwas tatsächlich
öfter gibt.
Jetzt im Augenblick in meinem Leben merke ich, das es da jemanden gibt, der sich Gedanken macht, auch wenn er weit weg ist. Der sich
die Mühe macht, einen schlechten Freund zu ertragen. Ein Danke ist schnell gesagt, aber wie wichtig das für mich war/ist kann ich selbst kaum beschreiben. Wie viele Freunde habe ich gehen sehen,
wenn es mir schlecht ging? Wieviele Menschen ertragen es nicht, warten zu müssen, Geduld zu haben. Ein Besuch nur, auch wenn er Tage dauerte, brachte mich ein Stück zurück zu mir. Ließ mich sagen
was ich fühle, was ich denke und mich selbst auch ein bißchen mehr von mir erkennen. Nahm mir einen Teil meiner Last, weil ich das Gefühl hatte sie nicht allein tragen zu müssen. Zeigte mir, das
es mehr gibt, als Herzschmerz und Kummer. Natürlich konnte sie mir das Herz nicht heilen, aber ein Stück Vertrauen wieder geben, was ich verloren glaubte. Das Wissen, das da jemand ist, birgt
viel mehr als Zuversicht. Nimmt einem die Angst vor dem Allein sein. Wenn man solche Freunde hat, ist man nicht allein. Wird es niemals sein, auch wenn das Herz kalt und leer
bleibt.
Danke!
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